Medizinisches konzept

40 % der Deutschen leiden mittlerweile unter irgendeiner Form der Unverträglichkeit. Die Häufigkeit der Neurodermitis und des Asthma bronchiale nimmt seit vielen Jahren ständig zu. Die Zahl der Kinder mit Neurodermitis hat sich seit 50 Jahren versechsfacht. Die vorbeugenden Maßnahmen und die anerkannten Therapieempfehlungen setzen auf die Vermeidung vermeintlicher äußerer Störfaktoren und die medikamentöse Unterdrückung der Krankheitssymptome. Die dauerhafte Beschwerdefreiheit wird damit selten erreicht. Die atopischen Erkrankungen gelten in schulmedizinischen Fachkreisen deshalb als unheilbar. Epidemiologen gehen von einer Verdopplung der Häufigkeit alle 10 bis 15 Jahre aus. In der Häufigkeitsstatistik haben die Erkrankungen des atopischen Formenkreises und die psychischen Störungen inzwischen die bisher häufigsten chronischen Erkrankungen des Kreislaufs, die Arthrosen und den Diabetes überholt.


Bei den Erkrankungen des atopischen Formenkreises handelt es sich ursächlich um angelegte, unspezifische psychomentale Überempfindlichkeiten, die sich über mehrere Generation vor allem in den westlichen Wohlstandsgesellschaften entwickelt haben. Die Überempfindlichkeit äußert sich variabel und in unterschiedlichem Maß als Unverträglichkeit oder als Allergie und führt sekundär zu organischen Störungen beispielsweise der Haut oder der Schleimhäute.

Die Betroffenen leiden weniger unter der Umwelt als unter ihrer Empfindlichkeit gegenüber alltäglichen Konflikten, stofflichen Substanzen oder thermischen Einflüssen. Die Vermeidung vermeintlicher Stressoren ist ebenso sinnlos, wie die Unterdrückung der unangemessenen Reaktion. Eine kausale Behandlung darf nicht nur das betroffene Organ fokussieren, sondern muss sich mit den wirklichen Ursachen, das heißt, der Überempfindlichkeit an sich und den spezifischen Sensibilisierungen des Patienten auseinandersetzen. 


Die Erfolgsaussichten der systemischen Hyposensibilisierung, das heißt, der kombinierten psychotherapeutischen und der körperlichen Hyposensibilisierung, nimmt jenseits des Kindes- und Jugendalters wegen der medikamentösen Dauertherapien und der damit einhergehenden  Chronifizierung deutlich ab. Im Kindesalter gehen die Krankheitssymptome unter kontinuierlicher Verlaufsbeobachtung schon nach Monaten erkennbar zurück. Einschränkungen und medikamentöse Behandlungen können schrittweise zurückgeführt  werden.