Medizinisches Konzept

Die Akutbehandlung und Frührehabilitation hochgradig allergiekranker Säuglinge und Kleinkinder 

Seit  Jahren häufen sich die Fälle primär hochgradig allergiekranker Säuglinge mit Sensibilisierungen, vor allem gegen Nahrungsmittel. Sie leiden unter typischen, sich rasch ausbreitenden Hautentzündungen und/oder obstruktive Bronchitiden, die  selbst mit Antiallergika und kortisonhaltigen Medikamenten kaum beherrschbar sind. Die Prognose dieser Krankheiten hängt entscheidend von der Früherkennung und der frühmöglichsten Behandlung ab. Bei Unruhe, Juckreiz und Hautveränderungen und/oder Atembeschwerden besteht immer der Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jakob, 8 Monate, hochgradige Nahrungsmittelallergie Gesamt-IgE 3640 kU/l und schwerste Form der atopischen Dermatitis

Massive Kratzanfälle, eitrige Infektionen, häufiges Erbrechen und Schlaflosigkeit, stellen sowohl die Eltern, als auch die niedergelassenen Ärzte vor kaum lösbare Probleme. Sieht man davon ab, dass der geringste Kontakt mit einem hochgradigen Allergen einen lebensgefährlichen Schockzustand auslösen kann, sind die zuverlässige Klärung, die Beratung und bedarfsgerechte Behandlung ambulant nicht möglich. Ähnlich wie bei anderen, primär chronischen Erkrankungen, muss der Erfolg der stationären Akutbehandlung durch die begleitende Frührehabilitation gesichert werden. Die Einbeziehung der Eltern ist dabei unverzichtbar. Sie erwerben die Kenntnisse und Fähigkeiten, auf die sie unter Umständen noch Jahre angewiesen sein werden. 

Mit der Einbeziehung der Frührehabilitation in die stationäre Akutbehandlung, haben wir eine Behandlungskonzept entwickelt, bei der nebenwirkungsreiche Medikamente gänzlich vermieden und die therapeutischen Ressourcen für die ursächliche Behandlung und die nachhaltige  Beschwerdefreiheit genutzt werden.  Das Konzept baut auf einem veränderten Erklärungsansatz auf. Danach ist die Auffassung, wonach Umweltstressoren für die Zunahme der Atopien ursächlich seien und deshalb gemieden werden müssen, ebenso falsch wie die Annahme, wonach die Neurodermitis oder das kindliche Asthma bronchiale primäre Erkrankungen der Haut, beziehungsweise der Lunge seien. 

Die tatsächlich ursächliche Störung besteht in einer, über Generationen entstandenen, vorzugsweise in der besser gebildeten Mittelschicht gehäuft auftretenden, Hypersensitivität, das heißt einer psychischen Reaktions- und Konstitutionsvariante, die eine Vielzahl psychischer, mentaler oder organischer Begleitsymptome generiert. 

Das therapeutische Ziel darf sich nicht in der Unterdrückung der Reaktionen oder die Vermeidung vermeintlicher Stressoren erschöpfen, sondern muss die frühzeitige Behandlung der Überempfindlichkeit an sich in den Vordergrund stellen. Dafür bietet sich eine Vielzahl bewährter Verfahren an, die bei entsprechende Frühbehandlung nach unseren bisherigen Erfahrungen auch bei hochgradiger Disposition immer zum Erfolg führen.