Wirksamkeit oraler Desensibilisierung

Nahrungsmittelallergien

 

Die Ernährungsmedizin ist ein bedeutsamer Teil unsers medizinischen Konzepts, baut aber im Gegensatz zu den Leitlinienempfehlungen nicht auf der Vermeidung, d. h. Elimination der unverträglichen Nahrungsmittel auf, sondern auf der Hypo-, beziehungsweise Desensibilisierung. Die vorübergehende oder dauerhafte Vermeidung essentieller Nahrungsmittel halten wir ebenso für falsch, wie die Vermeidung vermeintliche Trigger, wie Schmutz, Schwitzen, psychischen Stress oder hormonelle Schwankungen.

 

Unsere empirischen Untersuchungen haben gezeigt, dass der Organismus die Verträglichkeit der allergenen Nahrungsmittel erlernen kann. So haben wir bereits vor 15 Jahren damit begonnen, den Kindern die nachgewiesenen unverträglichen Nahrungsmittel zunächst in homöopathischen Verdünnungen (D-Potenzen) zu verabreichen. Durch schrittweise Steigerung der Konzentration über Monate, konnten wir beobachten, wie die Unverträglichkeit nachließ, selbst wenn die erhöhten spezifische IgE – Antkörper im Blut noch nachweisbar waren.

 

Später verabschiedeten wir uns von diesen extremen Verdünnungen und starteten die Behandlung mit 0,01 %-igen Lösungen der Nahrungsmittel und steigerten die Konzentrationen schrittweise und tröpfchenweise in vierwöchigen Abständen auf 0.1% -, 1.0% -, 5.0% -, 10 %-ige Lösungen etc..  Das Verfahren ist mittlerweile standardisiert und die Ergebnisse sprechen unserer Sicht eindeutig für die Wirksamkeit. Einer abschließenden Befragung der Eltern zufolge, vertrugen 80 % der Kinder mit hochgradigen Nahrungsmittelallergien das desensibilisierte Nahrungsmittel innerhalb von 6 bis 24 Monaten. 

 

Inzwischen erarbeiten wir das Design einer Studie, in der wir die Wirksamkeit unserer oralen Desensibilisierung mit den Ergebnissen einer anderen Klinik vergleichen, die entsprechend den derzeitigen Empfehlungen auf die Vermeidung, d. h. die ein- bis zweijährige Elimination der kritischen Nahrungsmittel setzt. Die Ergebnisse der beiden Kliniken werden nach einem und nach zwei Jahren verglichen. Das Nahrungsmittel gilt als verträglich, wenn eine festgelegte Menge / Zeit eindeutig vertragen wird.