Mick (2)

Nahrungsmittelallergie und atopische Deramatis

Mick ist heute 13 Monate und das zweite Kind einer 42-jährigen Lehrerin. Beide Eltern haben eine atopische Vorgeschichte. Im 5. Lebensmonat entwickelte sich eine rasch fortschreitende, so genannte atopische Dermatitis mit heftigem Juckreiz und den, für das Alter typischen Ekzemherden an den konvexen Körperstellen und an den Streckseiten der Extremitäten. 

Im 6. Lebensmonat Ausbreitung über den ganzen Körper. Mick wurde daraufhin in der Universitäts-Kinderklinik ambulant vorgestellt. Nachdem die empfohlene Therapie zu keiner Besserung geführt hatte und das Kind kaum noch schlief, wurde der Säugling stationär aufgenommen. Es wurde eine lokale Intervallbehandlung mit einer cortisonhaltigen Salbe eingeleitet und Antiallergika gegeben. Laborbefunde wurden nicht erhoben. Eine eingehende Beratung, insbesondere in Bezug auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten wurde ebenso wenig angeboten wie eine psychotherapeutische Beratung. Die äußerliche Therapie führte kurzzeitig zur Besserung. Wenig später trat die Dermatitis heftiger auf als zuvor. 

 

Abgesehen von der Ausprägung des atopischen Ekzems, litt das Kind unter der schwersten Form einer Nahrungsmittelallergie. Bei 90% der getesteten 50 Nahrungsmittel fanden wir teilweise exzessiv erhöhte spezifische IgE – Werte.

Im Vordergrund stand deshalb das sofortige, konsequente Abstillen. Auf der Grundlage von 5 verträglichen Nahrungsmittel und einer oligoantigenen Fertignahrung führten wir Provokationen mit den Nahrungsmitteln der niedrigsten RAST-Klassen durch. Ziel war der Aufbau einer bedarfsgerechten und verträglichen Rotationsdiät. Gegen die wichtigsten Nahrungsmittelallergien, zum Beispiel die Kuhmilch, leiteten wir die orale Hyposensibilisierung ein. 


Wie in allen anderen bislang behandelten Fällen, lag ein weiterer Schwerpunkt im Bereich der Psychosomatischen Medizin. Die wichtigsten Themen waren die Normalisierung der Mutter-Kind-Beziehung, die Trennung der Schlafplätze von Mutter und Kind,  das Schlaftraining und die Strukturierung des Tagesablaufs. 


 

Die Akutbehandlung der Haut beschränkte sich auf die symptomorientierte Basispflege, physikalische Anwendungen, bakteriostatische Maßnahmen und den Einsatz immunstimulierende Nosoden. Auf die Behandlung mit kortison- oder antibiotikahaltigen Medikamenten und Antiallergika  konnten wir verzichten.

 

Mick wurde nach 6 Wochen in deutlich besserem Zustand entlassen. Das Kind schlief zuletzt 10.5 bis 11.5 Stunden im eigenen Bett und konnte im Rahmen eines Rotationsplanes auf der Grundlage verträglicher Nahrungsmittel und eines 50 %-igen Neocateanteils bedarfsgerecht ernährt werden. Das Ekzem hatte sich zu dieser Zeit schon erfreulich zurückgebildet.


Nach der Entlassung erhielten wir wöchentliche, detaillierte Verlaufsprotokolle, die uns eine bedarfsgerechte Nachsorge ermöglichten. Vier Monate nach Beginn der Behandlung war Mick erscheinungsfrei. Das Gesamt-IgE hatte sich von anfänglich 2492 kU/l  auf 1237 kU/l verringert. Auch die spezifischen IgE-Werte einiger Nahrungsmittel fielen deutlich geringer aus. 6 Monate früher als üblich, setzten wir deshalb den Nahrungsaufbau fort. Unter stationären Bedingungen testeten wir Nahrungsmittel der RAST –Klassen 2 bis 5. Ausgenommen Eiklar, verliefen alle Provokationen negativ. Selbst die Kartoffel (RAST-Klasse 6) wurde im gekochten  Zustand vertragen. Das Hydrolysat konnte abgesetzt werden. Gegen Eiklar wurde eine orale Hyposensibilisierung eingeleitet. Die als verträglich getesteten Nahrungsmittel werden zukünftig im Rahmen eines neuen Rotationplanes eingesetzt.

 

 

Wir können davon ausgehen, dass Mick dauerhaft beschwerdefrei sein wird und  zukünftig völlig normal ernährt werden kann. 


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Rotationsplan
Micks Rotationsplan (neu) 1.docx
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